Prof. Dr. Hans Rott, Universität Regensburg
Belief Revision
Seit etwa 2 Jahrzehnten gibt es ausgearbeitete logische
Theorien der Wissensrevision. Solche Theorien entwickeln präzise
Methoden für die Umgestaltung einer "Wissensbasis", genauer eines
Korpus von Daten, Überzeugungen oder Meinungen. In den frühen
Modellen ging es um das unbedingte Akzepieren und Integrieren von
Neuinformation in einen bestehenden Korpus. Später wurden vermehrt
Modelle für "nichtpriorisierte" Revisionen entwickelt, in denen der
Agent sich unter gewissen Bedingungen rationalerweise weigern kann,
die Neuinformation zu akzeptieren. Nach einer Einführung in diese
Modelle wird im Vortrag eine alternative neue Methode skizziert, mit
der eine Meinungsänderung durch Vergleich der Plausibilität
verschiedener Sätze vorgenommen werden kann. Wie die vorgenannten
Modelle ist diese Methode rein qualitativ, d.h. sie macht keinen
Gebrauch von (notorisch schwer zu interpretierenden) numerischen
Werten.